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Ernährung und Darmgesundheit nach Ayurveda

Nach ayurvedischer Lehre wirken in jedem Menschen von Geburt an drei Lebenskräfte, die als Doshas bezeichnet werden. Diese prägen den jeweiligen Charakter, die Persönlichkeit und die Verträglichkeit bestimmter Lebensumstände. Vata, Pitta und Kapha – dies sind die drei verschiedenen Typen in der ayurvedischen Medizin, denen bestimmte menschliche Eigenheiten, Eigenschaften und Charaktermerkmale zugeordnet werden können. Entsprechend dem Typen lassen sich auch Tipps für eine ausgewogene und darmgesunde Ernährung ableiten.

Welche Rolle spielen Darm und Darmgesundheit in der ayurvedischen Lehre?

Während in westlichen Wissenschaften der Darm oft als funktionelles Verdauungsorgan gesehen wird, spielt dieser in der ayurvedischen Medizin eine zentrale Rolle für die verschiedensten Vorgänge im menschlichen Körper. Für östliche Kulturen ist der Darm mehr als nur eine gut funktionierende Verdauung, er ist Zentrum der geistigen und körperlichen Kraft. Eine gute und gesunde Verdauung ist primär abhängig von der richtigen Ernährung, die auf die drei verschiedenen Typen zugeschnitten sein sollte. Ohne eine der individuellen Konstitution angepassten Ernährung ist auch eine gesunde Verdauung nicht möglich. Störungen im gesamten Stoffwechsel sind bei Nichtbeachtung des jeweiligen Konstitutionstyps also vorprogrammiert.

Was kennzeichnet den Vata-Typen?

Der Vata-Typ in der ayurvedischen Lehre vereint die Eigenschaften der Elemente Äther und Luft. Vata steht somit für die menschliche Energie, die Bewegung und ist für unsere Nervenimpulse zuständig. Das Naturell des Vata-Typen sind Kreativität und Enthusiasmus. Vata-Menschen sind Neuem gegenüber aufgeschlossen und bewegen sich gerne aktiv. Sie sind jedoch auch sehr empfindlich gegenüber Stress und brauchen in Krankheitsphasen viel Zeit und Ruhe um wieder zu genesen. Wie sollte sich der Vata-Typ ernähren? Vata-Typen sollten über den Tag verteilt regelmäßige und vor allem warme Mahlzeiten zu sich nehmen. Optimal sind drei warme Mahlzeiten am Tag: Morgens, mittags und abends. Dies verhilft zu einer geregelten und optimalen Verdauung und trägt somit wesentlich zur Darmgesundheit bei. Süße Früchte wie Bananen, Trauben oder Orangen sollten nur in geringem Maße verzehrt werden und wenn, dann am besten in Form von Trockenobst. Am besten verzichtet der Vata-Typ abends ganz und gar auf Obst und nimmt dies kurz vor oder nach einer warmen Mahlzeit zu sich. Für Gemüse gilt die folgende Regel: Am besten nur in gekochter Form und nicht als Rohkost verzehren. Folgende Gemüsesorten eignen sich gut für den Vata-Typen und tragen zu einer geregelten Verdauung bei:

  • Spargel
  • Rote Bete
  • Karotten
  • Süßkartoffeln
  • Rettich
  • Zucchini
  • Spinat
  • Tomaten

Auch Sellerie, Knoblauch und Zwiebeln wirken positiv auf das Verdauungssystem des Vata-Typen, allerdings nur in schonend gedämpfter Zubereitungsform. Auf Gemüsesorten wie Kohl, Blumenkohl und Brokkoli sollte der Vata-Typ möglichst verzichten, da sie den empfindlichen Darm besonders belasten können und Verdauungsprobleme somit vorprogrammiert sind. Besonders geeignet für Menschen, die dem Vata-Dosha entsprechen sind Lebensmittel wie gekochter Hafer, Weizen und brauner Reis. Rotes Fleisch sollte vom Speiseplan gestrichen werden, statt dessen lieber zu mageren Fleischsorten wie Huhn und Pute gegriffen werden. Beim Würzen von Speisen gilt für Vata-Typen: Niemals zu kräftig oder zu scharf würzen, da scharf gewürzte Speisen sich negativ auf den sensiblen Verdauungstrakt auswirken können. Hier empfiehlt es sich zu milden Würzvarianten mit vielen frischen Kräutern zu greifen.

Was kennzeichnet den Pitta-Typen?

Der Pitta-Typ will etwas bewirken und ist praktisch veranlagt. Daher arbeitet er strukturiert und kann sich gut konzentrieren. Er geht in allen Lebensbereichen systematisch vor und hat eine klare Ausdrucksweise. Der Pitta-Typ besitzt eine Kämpfernatur, die er gerne im Vergleich mit anderen unter Beweis stellt. Der Pitta-Typ kann zwar lange und konzentriert arbeiten, kann nach dieser Phase jedoch oft schwer abschalten und entspannen. Daher treten bei diesem Typus im gesundheitlichen Bereich oft Schlafstörungen und Entzündungen auf.

Wie sollte sich der Pitta-Typ ernähren?

Für diesen Typus ist nach ayurvedischer Lehre am besten eine vegetarische Ernährung geeignet. Obst sollte mindestens eine Stunde vor oder nach der Mahlzeit verzehrt werden, abends nach Möglichkeit gar nicht. Besonders geeignet sind süße Obstsorten wie Äpfel, Feige, Melone, Orange, Birne, Pflaume oder Mango. Süße und auch bittere Gemüsesorten sollten auf jeden Fall auf dem Speiseplan des Pitta-Typen stehen: Spargel, Gurke, Kohl, Blumenkohl und Sellerie eignen sich ebenso wie Salat, Erbsen, Kartoffeln, Zucchini und Kresse. Außer Linsen kann dieser Typus alle Hülsenfrüchte verzehren, da sie seinem Magen-Darm-Trakt gut tun und zu einer geregelten Verdauung beitragen. Mit Gewürzen heißt es sparsam umgehen: Am besten nichts anderes verwenden als Koriander, Zimt, Kurkuma, Kardamom und Fenchel. Bei der Verwendung von ölen darauf achten, dass es sich um qualitativ hochwertige Öle wie Kokosöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Sojaöl handelt.

Was kennzeichnet den Kapha-Typ?

Kapha-Typen sind sehr ausdauernd, zum Teil aber auch langsam und phlegmatisch. Dies liegt daran, dass bei Kapha das Erd- und das Wasserelement aufeinandertreffen. Dieser Typus vereint deswegen Eigenschaften wie schwer, langsam und stetig, aber auch weich, dicht, zäh und kalt. Kapha-Typen kennzeichnet ihre Gelassenheit und ihre stoische Ruhe. Sie sind geduldig und verständnisvoll, lieben die Regelmäßigkeit und die Routine. Trotz dieser positiven Eigenschaften neigen Menschen des Kapha-Typus zu ausschweifendem Essen, mangelnder Bewegung und übermäßig viel Schlaf. Daher können bei unausgewogener Ernährung verschiedene Leiden wie Depressionen, Übergewicht und Diabetes mellitus entstehen.

Wie sollte sich der Kapha-Typ ernähren?

Ein Kapha-Mensch sollte auf jeden Fall regelmäßig Sport treiben und weniger essen, als ihm angeboten wird. Gerade im Bereich Ernährung lautet die goldene Regel für Kapha-Menschen: Weniger ist mehr. Damit der Darm gesund bleibt und die Verdauung reibungslos abläuft, sollte möglichst viel Frischobst verzehrt werden. Besonders eignen sich Obstsorten wie Äpfel, Beeren, Mango, Kirschen und Pfirsiche. Wie bei den anderen Doshas gilt auch hier, das Obst mindestens eine Stunde vor oder nach den Hauptmahlzeiten zu verzehren und möglichst am Abend zu vermeiden. Würzige und bittere Gemüsesorten entsprechen besonders dem Kapha-Typus: Kohl, Karotten, Blumenkohl, Zwiebeln, Erbsen, Rettich und Spinat. Huhn, Pute und Kaninchen sind die Fleischsorten, zu denen Menschen des Kapha-Typ greifen sollten. Da dieser Typus zu Wassereinlagerungen neigt, sollte vor allem beim Essen auf entwässernde Lebensmittel geachtet werden. Ebenso sind alle Gewürze erlaubt, vor allem die, die den Stoffwechsel und die Fettverbrennung ankurbeln: Chilli, Pfeffer und andere scharfe Gewürze.Im Bereich der Milchprodukte sollten fetthaltige Varianten vermieden werden und zu mageren Produkten gegriffen werden.

Fazit

Natürlich sollten die verschieden Typen in der ayurvedischen Medizin auf die vorgestellten Ernährungstipps achten, um ihren Darm gesund zu erhalten und eine geregelte Verdauung zu gewährleisten. Für alle Typen gilt jedoch gleichermaßen, darmschädigende Verhaltensweisen zu meiden. Dies sind:

  • fettes Schweinefleisch
  • konservierte Nahrung und Industrieprodukte
  • Nikotin
  • zu viel Alkohol
  • Medikamente
  • zu wenig Bewegung