12 Nahrungsmittel für einen gesunden Darm: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 22. Oktober 2018, 13:08 Uhr

Der menschliche Darm ist ein außerordentlich vielseitiges Organ. Bei erwachsenen Menschen kann er je nach Körperfülle über sieben Meter Länge und eine Fläche von knapp 30 qm erreichen. Nach der Haut ist der Darm somit das größte Organ des Menschen. Aber nicht nur die schiere Masse des Darms macht ihn zu einem der faszinierendsten Organe. Der Darm ist außerdem ein sehr lebendiges Organ und wird im Volksmund oft sogar als das zweite Gehirn des Menschen bezeichnet. Der Grund? Er beherbergt neben dem Gehirn die zweitmeisten Nervenzellen im ganzen Körper und ist sozusagen ein eigenes kleines Ökosystem. Deswegen ist es auch für den ganzen Körper von enormer Wichtigkeit, dass der Darm reibungslos und fehlerfrei funktioniert und gesund bleibt.

Bei einer Fehlfunktion kann es dem Körper durch die gestörte Verdauungsarbeit sehr schnell an vielen wichtigen Nährstoffen fehlen. Diese Fehlfunktionen können verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel übermäßiger Medikamentenkonsum. Aber auch viel Stress oder chronische Verdauungsbeschwerden können zu einer vermehrten Toxinbildung im Darm und somit Fehlfunktionen führen. Die Darmschleimhaut wird dann beispielsweise durchlässig und Gifte und andere Schadstoffe können über das Blut in den ganzen Körper transportiert werden.

Prinzipiell sollte der Darm immer unter der folgenden Maßgabe behandelt werden: Alles was dem Körper gut tut, sollte ihm schnellstmöglich zugeführt werden. Alles was dem Körper schadet, sollte ihn auch so schnell wie möglich wieder verlassen. Der häufigste Grund für Darmbeschwerden ist nämlich eine ungesunde beziehungsweise unbedachte Ernährungsweise. Dagegen vorzugehen ist aber recht einfach. Bereits durch wenig Aufwand lassen sich im Alltag nämlich ganz bequem Nahrungsmittel integrieren, die dem eigenen Darm schlicht und ergreifend gut tun. Im Folgenden möchten wir Ihnen zwölf Nahrungsmittel vorstellen, die diese Vorgaben erfüllen und sich einfach in den täglichen Speiseplan einbauen lassen.


  • Leinsamen

Neben vielen gesunden Ballaststoffen enthalten Leinsamen außerdem viele Quellstoffe. Diese quellen im Verlauf des Verdauungsprozesses auf und beschleunigen die Darmpassage. Auch Schleimstoffe sind in Leinsamen reich enthalten. Diese haben viele positive Eigenschaften. Bei ihrem Weg durch den Verdauungstrakt kleiden sie den Darm mit einer schützenden Schicht aus und helfen bei der Verdauung anderer Lebensmittel gegen Magenbeschwerden. Bei ihrem Weg durch den Darm schmieren sie außerdem den Darm und verhindern so eine Verschlackung und Verstopfung. Leinsamen machen sich auch super in Müsli oder Smoothies: sie sättigen nämlich ungemein.

  • Joghurt

Joghurt ist vor allem durch seine probiotischen Eigenschaften ein hervorragendes Mittel gegen Probleme mit dem Darm. Dank der Milchsäurebakterien Bifidobacterium bifidum, Lactobacillus acidophilus und Lactobacillus rhamnosus ist der Joghurt ein verlässliches Mittel gegen Verdauungsbeschwerden und außerdem Unverträglichkeiten gegen bestimmte Lebensmittel.

  • Apfel

Bei Äpfeln gilt zunächst immer: ungespritzt und vor allem immer mit Schale genießen. Die meisten der hilfreichen und wertvollen Inhaltsstoffe liegen nämlich in der unbehandelten Schale. Das gehören zum Beispiel die Pektine. Diese Stoffe sorgen für eine Verdickung des Darminhalts und sorgen für eine gleichmäßige Bewegung im Verdauungstrakt. Auch die Bauchspeicheldrüse wird geschont, weil der Blutzuckerspiegel auf einem Niveau gehalten wird. Außerdem ist der Stoff Quercetin im Apfel enthalten und macht das Obst zu wahren Wunderwaffen gegen Darmentzündungen und Durchfall.

  • Grünkohl

Prinzipiell sind alle Kreuzblütler, so auch der Grünkohl, voller wertvoller Ballaststoffe und unterstützen deswegen die Verdauung. Und genau so ist Grünkohl auch ein Bollwerk gegen Entzündungen und Infekte im Darm, weil außerdem die Schleimhäute gleichzeitig aufgebaut werden. Und wer Grünkohl gekocht nicht so sehr mag: der Kreuzblütler schmeckt auch hervorragend in einem grünen Smoothie mit Spinat, Apfel, Banane, Zitrone und etwas Honig.

  • Tee

Tee, vor allem Pfefferminztee, kann vor allem nach einem reichhaltigen Essen viel Entlastung bringen, wenn Sie unter einem drückenden Völlegefühl leiden. Außerdem sind im Pfefferminztee besondere ätherischen Öle enthalten, die rigoros gegen schädliche Darmbakterien vorgehen.

  • Kombucha

Kombucha ist ähnlich wie Bier und Wein ein Gärgetränk. Bei der Zubereitung werden gesüßter Tee, beispielsweise Schwarz-, Grün- oder Früchtetee, zusammen mit dem Kombuchapilz für ca zwei Wochen in einem luftdichten Gefäß gelagert. Der Zucker dient dem Pilz als Nahrung und wird verstoffwechselt, der Tee ist die Basis, auf der das Getränk entsteht. Neben einer generellen Fähigkeit zur Zellregeneration wird Kombucha vor allem zugesprochen, heilend bei Verdauungsprobleme zu wirken. Dank vieler sogenannter Milchsäurebakterien regenerieren sich die Darmbakterien schneller, die dafür sorgen, dass der Stuhlgang regelmäßiger und in gesunder fester Form ausgeschieden werden kann. Außerdem wirkt Kombucha mäßigend bei Durchfall. Denn schädlichen und flüssigmachenden Bakterien wird der Nährboden entzogen und der Stuhlgang so wieder weitgehend verfestigt.

  • Ananas

Ananas ist generell sehr reichhaltig an B-Vitaminen. Diese sorgen für eine schöne Haut und sind außerdem gesund und stärkend für unsere Organe. Dazu gehört natürlich auch der Darm als Verdauungsorgan. Besonders gesund und deswegen ausschlaggebend für eine kontrollierte Verdauung ist der Wirkstoff Bromelain. Im Darm hilft der Hauptwirkstoff der Ananas bei der Spaltung von Eiweißen und somit bei der Verdauung. So kann nicht nur gegen einmaliges Völlegefühl nach dem Essen vorgegangen werden, sondern auch gegen eine länger anhaltende Verstopfung angekämpft werden.

  • Kefir

Kefir ist ein sogenanntes Sauermilchgetränk, dass bei der gemeinsamen Gärung von Milch und den besonderen Kefirpilzen entsteht. Ähnlich wie Buttermilch schmeckt es etwas säuerlich. Im Gegensatz zur Buttermilch sprudelt es aber außerdem leicht, es enthält also Kohlensäure. Bei der Verdauung im Darm hilft Kefir vor allem dank seiner vielen komplexen Kohlenhydrate, die in erster Linie den bei der Verdauung aktiven Darmbakterien als Nahrung dienen. Außerdem wird dem Kefir nachgesagt, besonders aktiv gegen Magengeschwüre und Darmbakterien zu arbeiten und bei der Entgiftung des Darms zu unterstützen. Kefir gibt es neben der Variante mit Milch auch auf Wasserbasis. Deswegen eignet es sich auch für laktoseintolerante Patienten optimal als Heilungsmittel.

  • Löwenzahn

Löwenzahn ist, stellvertretend für alle Wildkräuter, ein tolles Heilmittel bei Verdauungsbeschwerden im Allgemeinen und nicht nur bezogen auf dem Darm. Die vielen im Löwenzahn enthaltenen Bitterstoffe haben eine besonders positive Wirkung auf alle am Verdauungsprozess beteiligten Organe. Löwenzahn wirkt somit einerseits appetitanregend und andererseits krampflösend, wenn bereits Beschwerden auftreten. So setzt die Wirkung des Löwenzahn bereits im Magen ein, weil sie den Fluss der Magensäfte anregt. So kann quasi präventiv und vor dem Verdauungsvorgang im Darm gegen Blähungen und Völlegefühl vorgegangen werden.

  • Pastinake

Die Pastinake enthält den Wirkstoff Pektin, der grundsätzlich wichtig ist für eine geregelte Verdauung. Außerdem enthält sie das präbiotisch wirkende Inulin, das ähnlich wie die in Kefir enthaltenen Kohlenhydrate als hervorragende Nahrung und Stärkung der so wichtigen Darmbakterien dient. Zu guter Letzt enthält die Pastinake viele ätherische Öle, die entspannend und entschlackend auf den Darm wirken können.

  • Sauerkraut

Prinzipiell sind alle Lebensmittel, die vor dem Verzehr kontrolliert gären oder fermentiert werden, eine Bereicherung für den Verdauungstrakt. Sauerkraut beispielsweise enthält hochwertige und probiotisch wirksame Mikroorganismen. Diese stärken die Darmflora und fördern nachhaltig die Vermehrung der guten Darmbakterien. Zu beachten ist aber, dass diese Wirkstoffe verloren gehen, wenn Sie industriell hergestelltes Sauerkraut verzehren. Dieses wird nämlich vor dem Abfüllprozess pasteurisierter und ist deswegen unbrauchbar in der Verwendung für einen gesunden Darm. Am besten wirkt das Sauerkraut roh. Wenn Sie allerdings die fermentierte Form im Geschmack bevorzugen, bietet es sich an, diese Prozess selbst vorzunehmen oder einzuleiten.

  • Fenchel

Wie auch die Pastinake enthält Fenchel einen hohen Anteil nützlicher ätherischer Öle. Zwei davon sind Anethol und Fenchon. Sie stärken einerseits die Darmschleimhaut und sorgen außerdem für eine gute Durchblutung des gesamten Verdauungstraktes. Vor allem Anethol steigert die Magensaftproduktion. Höhere Dosen können außerdem bei anhaltenden Beschwerden krampflösend wirken. Aber vorsicht! Bereits bei leichter Erhitzung können sich ätherischen Öle im Fenchel verflüchtigen. Deswegen gilt auch hier, wie beim Sauerkraut: lieber rot genießen, wenn Sie in den vollen Genuss der Heilfähigkeit kommen wollen.

Prinzipiell gilt es, den Darm in seiner Gesunderhaltung ganz oben auf der Prioritätenliste anzusiedeln. Über 80% aller Immunzellen im menschlichen Körper befinden sich im Darm. Wenn diese beeinträchtigt werden, werden wir öfter krank oder leiden an chronischen Erkrankungen. Der Darm ist für uns Menschen quasi der Türsteher, wenn es um die Aufnahme von gesunden und ungesunden Wirkstoffen geht. Er alleine entscheidet, was vom Körper aufgenommen, und was ausgeschieden wird. Nur ein gesunder Darm kann dieser Aufgabe geflissentlich und ganzheitlich nachkommen, und ganz sicher alle Giftstoffe wieder aus unserem Körper abführen.