Der Krampf mit den Venen II – Venenprobleme

Ein paar Jahre nach meinem zweimaligen Venen-Stripping vollzog meine linke Wade erneut die Verwandlung von der Beauty zum Biest. Diesmal war es nicht eine einzelne dicke Vene, sondern blaue Adern und rote Äderchen, die sich nach und nach wie ein feines Netz von der Ferse bis hinauf in die Kniekehle breit machten. Bald darauf endete ein genauer Blick zurück in den Vollkörperspiegel mit dem Ausruf: „Hilfe, ich werde meine Oma!“

Venenprobleme: „Schlechtes Bindegewebe“

„Schlechtes Bindegewebe“ diagnostizierte die Venenspezialistin meiner Wahl unerbittlich nach einer Ultraschall-Untersuchung beim Anblick der flächendeckenden Besenreiser. Sie sind die Erweiterung feiner Hautvenen, die sich strahlenförmig – ähnlich einem Reiserbesen – ausbreiten. Ursachen dafür können Bewegungsarmut, Schwangerschaften, Übergewicht, Nikotin oder Alkohol sein. Der Hauptgrund ist – wie bei Krampfadern auch – eindeutig Vererbung – danke Oma!

Diesmal versuchte ich es erst mit Pillen und allerlei Hausmitteln, die schon bei Oma nie geholfen hatten. Meinen Medizinschrank schmücken seither wahre Heere von Fläschchen und Dosen, die allesamt beim Wunderwirken versagten. Lediglich die Blutegel habe ich ausgelassen. Mürbe geworden von zwei Saisonen in Hosen unterzog ich mich einer neuerlichen Venen-Behandlung. Da die Besenreiser für eine Laserbehandlung schon zu stark waren, wurden sie „verödet“. Eine wahrlich öde, aber immerhin in knappen 30 Minuten ambulant zu lösende Angelegenheit, bei der nach örtlicher Betäubung die betroffenen Venen durchtrennt werden. Danach wird ein Injektionsmittel hineingespritzt, das die undichten und porösen Venenwände verklebt. Nach einigen Tagen in Thrombosen-verhindernden Kompressionsstrümpfen war meine Wade endlich wieder einigermaßen ansehnlich.

Fest entschlossen, sämtlichen Varizen, Besenreisern und vor allen ernsten Venenprobleme wie Unterschenkelgeschwüren oder gar Thrombosen möglichst wirksam vorzubeugen, halte ich mich seither eisern an folgende Regeln:

  • Eine möglichst vollwertige Mischkost mit wenig Salz und ausreichend Wasser (2 – 3 Liter am Tag) zu sich nehmen.
  • Heiße Vollbäder und Saunagänge unbedingt vermeiden. Infrarotkabinen sind bekömmlicher. Ebenso ungünstig sind High Heels und enge Kleidung.
  • Kneippen! Alles über richtiges Wassertreten und kalt-warm-Güsse habe ich im Kurhaus Schärding gelernt, wo die Therapeuten über einen reichen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet verfügen. Neben Wassertreten greifen sie auch zu Maßnahmen wie kalte Packungen mit Lehm oder Topfen, Lymphdrainagen und kalte Beingüsse oder –Wickel. All das hilft bei der Straffung der Venenwände. Zu Hause habe ich fixe Zeiten zum Wassertreten in der Badewanne in meinen Alltag eingeplant. Im knietiefen 11 Grad kalten Wasser stolziere ich regelmäßig ein paar Minuten im Storchengang herum. Wichtig ist, dass die Füße vorher warm sind!
  • Unterstützend Extrakte aus Rosskastanie, Eichenrinde, Weinlaub und Zinnkraut anwenden.
  • Stützstrümpfe: kein sexy Thema, dennoch, will man seine Beine in Form und seine Venen im Zaum halten, sind sie ein absolutes Muss – speziell wenn man lange steht, in der Schwangerschaft, auf langen Autofahrten und ausnahmslos auf jeder Flugreise. Zum Trost: sie klingen schlimmer als sie tatsächlich sind und kommen neuerdings nicht nur in Oma-Beige oder sommeruntauglichem Schwarz, sondern in allerlei Farben daher. Teurere Versionen sind in fast durchsichtigen Versionen erhältlich, sogar mit „shape“-Effekt, der nicht nur die Waden formt, sondern auch so manches Röllchen in der Taille wegzaubert. Achtung: Stützstrümpfe sind nicht mit Kompressionsstrümpfen zu verwechseln. Während erstere der Vorbeugung dienen, erfüllen Kompressionsstrümpfe medizinische Anforderungen, etwa nach einer Venenoperation.
  • Falls langes Stehen angesagt ist, greife ich zur Muskelpumpe: Füße anziehen, Zehen spreizen, auf die Zehenspitzen stellen, wiederholen. Dadurch wird der Blutstau gelöst und die Durchblutung verbessert.

Um bei Bedarf kleine Schwachstellen und die Mini-Narben von meinen Venen-Strippings zu verdecken, schwöre ich auf Make-up für die Beine. Die so genannte Camouflage gibt es in allen großen Parfümerien. Sie hat einen hohen Anteil an hautfarbigen Pigmenten und wird nach dem Auftragen mit Puder fixiert um sie wasser- und abriebfest zu machen.

Tja, und wenn all das wider Erwarten nicht auf Dauer hilft und der Kampf bzw. Krampf mit den Venen im Laufe der Jahre wieder aufflammen sollte, bin ich hoffnungsvoll, dass viel versprechende Methoden – etwa aus dem Bereich Laser- oder Radiofrequenztherapie – mir auch dann wieder zu Rock- und Bikini-tauglichen Beinen verhelfen werden.

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